Wie lüfte und heize ich richtig?

  • Ihre Wohnung verfügt über moderne, dichtschließende und wärmegedämmte Fenster und ein regelbares Heizungssystem?
  • Sie wollen Ihre Heizkosten senken, ohne auf ein behagliches Wohnraumklima verzichten zu müssen?

Dies gelingt ohne weiteres, wenn Sie die folgenden 3 unkomplizierten Heiz- und Lüftungsregeln in der kalten Jahreszeit konsequent beachten.

1. Halten Sie alle Türen in Ihrer Wohnung stets geschlossen!

Grund Der ungehinderte Luftaustausch innerhalb der Wohnung kann zu erheblichen raumklimatischen Problemen führen, die neben erhöhten Heizkosten oft Feuchte- und Schimmelerscheinungen zur Folge haben.

  • Sie wollen keine Heizenergie vergeuden?
  • Sie wollen keinen Schimmel in Ihrer Wohnung?
  • Sind im Winter alle Türen in Ihrer Wohnung wirklich ständig geschlossen?

2. Heizen Sie jeden Raum separat und gleichmäßig!

Grund Das Thermostatventil regelt die Raumtemperatur (und nicht etwa die Temperatur des Heizkörpers) vollautomatisch entsprechend der von Ihnen gewählten Einstellung. Die gewünschte Raumtemperatur wird durch das einmal eingestellte Thermostatventil konstant gehalten, ohne dass Sie jemals wieder das Thermostatventil betätigen müssen. In den Nachtstunden wird die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage zentral abgesenkt. Wenn Sie aber Ihre Wohnräume „nach Bedarf“ heizen, also das Thermostatventil immer dann aufdrehen, wenn Sie es gerade warm haben wollen, führt dies nicht zu einer Einsparung, sondern zu deutlich erhöhten Heizkosten sowie zu einem unbehaglichen Raumklima, das außerdem Feuchte- und Schimmelprobleme begünstigt.

Also Hände weg vom Thermostatventil – zu Ihrem Vorteil!

  • Sie wollen niedrige Heizkosten?
  • Sie wollen ein behagliches und gesundes Raumklima?
  • Heizen Sie wirklich jeden Raum konstant?

3. Lüften Sie stets kurz und kräftig mit weit geöffnetem Fenster!
Grund Unzweckmäßiges Lüften führt zu deutlich erhöhten Heizkosten. Die von Ihnen erzeugte Raumluftfeuchte bleibt in der Wohnung, solange Sie nicht ausschließlich regelgerecht lüften, denn Ihre modernen Fenster sind dicht, damit möglichst wenig Heizenergie verloren geht.

  • Lüften Sie im Winter ausschließlich mit weit geöffnetem Fenster!
  • Lüften Sie konsequent jeden Raum separat bei geschlossenen Innentüren!
  • Lüften Sie im Winter kurz für 3 bis max. 5 Minuten und nicht länger!
  • Tun sie dies mindesten dreimal täglich! Bei erhöhtem Feuchteeintrag zusätzlich lüften!
  • Lüften Sie bei jedem Wetter! Kalte Luft ist immer trocken – auch bei „nasskaltem“ Wetter!
  • Kipplüftungen sind im Winter (mit Ausnahme der nächtlichen Lüftung unbeheizter Schlafräume) unbedingt zu vermeiden, da sie neben erhöhten Heizkosten raumklimatische Probleme verursachen, die zu Schimmelbildung in der Umgebung des Fensters führen können. Ihr Hygrometer sollte im Winter im Inneren der Wohnung nicht mehr als 50% relative Luftfeuchte anzeigen.
  • Sie wollen Heizkosten sparen?
  • Sie wollen sich in Ihrer Wohnung behaglich fühlen?
  • Lüften Sie wirklich jeden Raum separat, mehrmals täglich, kurz und mit weit geöffnetem Fenster?

Häufige Irrtümer im Bezug auf richtiges Heizen und Lüften

Kipp- und Spaltlüftung führen kaum zu einer Reduzierung der Raumluftfeuchte. Die an das Fenster angrenzenden Wandbereiche werden aber übermäßig abgekühlt und dienen somit als Kondensationsflächen für die Raumluftfeuchte.

Resulatat: Schimmelbildung, erhöhte Heizkosten

Indirekte Lüftung wird über die geöffneten Innentüren durch das geöffnete Fenster eines Nebenraums praktiziert.Die gewünschte Feuchtereduzierung erfordert längere Lüftungszeiten, wobei eher eine Auskühlung der an das Fenster angrenzenden Wandbereich eintritt, wo die immer noch vorhandene Luftfeuchte kondensiert.

Resulatat: Schimmelbildung, erhöhte Heizkosten

Durchzug sollte nicht als Standardlüftungsmethode empfohlen werden. Der Luftaustausch geschieht zwar sehr rasch. Nachteilig sind aber die zum Teilerheblichern Strömungsgeschwindigkeiten, die zu Schäden an Fenstern, Türen und Einrichtungsgegenständen führen können.

Resultat: schneller Luftaustausch, bei Windbelastung und in höheren Etagen kaum anwendbar

Passive Lüfterleisten und Lüftungsöffnungen können das aktive Lüften mit weit geöffnetem Fensterflügel kaum ersetzen. Je nach Ausführung ist der Luftaustausch unzureichend, kommt es zu Zugerscheinungen und zu erhöhten Heizkosten. Oft werden
diese Einrichtungen vom Mieter außer Betrieb gesetzt.

Resultat: Luftwechselrate oft unzureichend, zum Teil erhöhte Heizkosten, schlechte Mieterakzeptanz

Wie lüfte und heize ich also richtig?

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Stoßlüftung…

mit weit geöffnetem Fenster ist die effektivste Lüftungsmethode. Bereits nach etwa 3-5 Minuten ist die Raumluft nahezu vollständig ausgetauscht.Eine Auskühlung der Wände und Einrichtungsgegenstände tritt praktisch nicht ein. Die Raumluft erwärmt sich schnell auf das ursprüngliche Niveau.

Resultat: schneller und effektiver Luftaustausch, geringe Wärmeverluste

Was muss ich als Mieter beachten?

  • Heiz- und Lüftungsregeln genau beachten
  • alle Türen geschlossen halten – kein luftaustausch innerhalb der Wohnung
  • möglichst keine Möbel an Außenwände oder ca. 10 cm Abstand halten
  • keine schweren Vorhänge
  • keine nicht belüftbaren Nischen schaffen
  • keine dffusionsdichten Wand- oder Deckenbeschichtungen
  • keine Blumen auf die Fensterbank- mindestens ein Flügel frei zu öffnen
  • kein Wäschetrocknen in der Wohnung
  • Fensterleibungen möglichst nicht tapezieren
  • relative Luftfeuchte beobachten- nicht über 50%
  • Heizkörper nicht abdecken- jede Konvektionsbehinderung vermeiden

Quelle: Büro für Bauphysik – Dipl.-Phys. H.-Winfried Bothur – physik+bau